Depressionen

Die meisten Menschen haben eine gute Vorstellung davon, was es heißt, depressiv zu sein. Wir denken an typische Zeichen wie Lustlosigkeit, Interesselosigkeit, Antriebslosigkeit, gedrückte Stimmungslage und Traurigkeit, soziale Isolation, negative Gedanken und Zukunftsvisionen, Ängste und Selbstzweifel. Zudem können körperliche Symptome hinzukommen, z.B. Schlafstörungen und Appetitverlust. 

Wer über einen längeren Zeitraum oder immer wieder unter solchen Symptomen leidet, hat in der Regel einen deutlichen Leidensdruck und sollte Hilfe suchen. Eine Psychotherapie ist meist sehr hilfreich. Manchmal ist auch eine zusätzliche Behandlung mit Medikamenten sinnvoll oder sogar notwendig. Dies hängt immer von der Art und Ausprägung der Depression an. 

Was jedoch viele nicht wissen ist, dass sich eine depressive Symptomatik auch ganz anders äußern kann. Der Betroffene reagiert unter Umständen eher mit Gereiztheit und Ungeduld, ja, vielleicht sogar mit Wutausbrüchen. Andere wiederum zeigen sich unter der Depression besonders aktiv und angetrieben. Dabei bleibt die typische depressive Symptomatik manchmal verschleiert und unerkannt. Viele wissenschaftliche Studien belegen, dass es hier Geschlechtsunterschiede gibt, dass z.B. Männer, wenn sie depressiv sind, öfter dazu tendieren gereizt und aggressiv zu reagieren.

Ein weiterer Ausdruck von Depression ist die sogenannte somatisierte Depression. Der Betroffene leidet vor allem unter körperlichen Beschwerden. Recht verbreitet sind psychisch begründete Schmerzzustände. Hierbei fühlt man sich nicht unbedingt depressiv im klassischen Sinne. In manchen Fällen scheint sich der seelische Schmerz in einen körperlichen Schmerz verwandelt zu haben, aber auch andere körperliche Beschwerden können sozusagen stellvertretend für ein einen seelischen Notstand zum Ausdruck gebracht werden.  

Wie gesagt, die eher verdeckten depressiven Zustandsbilder können leicht übersehen werden. Wenn Sie unsicher sind, ob Sie unter einer Depression leiden und ob Sie eine Behandlung benötigen, stehe ich Ihnen sehr gerne für eine diagnostische Klärung zur Verfügung - bei Bedarf natürlich auch für eine weiterführende Psychotherapie.